Heim-EM in Erfurt wird zum unvergesslichen Kin-Ball-Fest
40 Mannschaften aus neun Nationen, eine eindrucksvolle Eröffnungsparade und fünf Tage voller Begegnungen: Die Kin-Ball-Europameisterschaft vom 26. bis 30. August 2026 war für den deutschen Kin-Ball-Sport ein besonderes Erlebnis. Auch wenn die deutschen Nationalmannschaften sportlich einen schweren Stand hatten, zeigten beide Teams eine positive Entwicklung.
Fünf Tage lang stand Erfurt ganz im Zeichen des Kin-Ball-Sports. Neben den Europameisterschaften der Damen und Herren wurden bei den International Open Wettbewerbe in den Kategorien „Pro“ und „Amateur“ ausgetragen. Insgesamt durfte die thüringische Landeshauptstadt 40 Mannschaften aus neun Nationen begrüßen.
Organisiert wurde die Veranstaltung von den Erfurter Lachsen e.V., die gemeinsam mit zahlreichen Helferinnen und Helfern für hervorragende Bedingungen und eine liebevolle Betreuung der teilnehmenden Mannschaften sorgten. Aus organisatorischer Sicht war die Heim-EM ein voller Erfolg.
Eine Eröffnung, die in Erinnerung bleibt
Schon der Auftakt machte deutlich, dass diese Europameisterschaft etwas Besonderes werden sollte. Bei einer denkwürdigen Eröffnungsparade zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam durch die Erfurter Innenstadt. Auf dem Fischmarkt wurde die Veranstaltung anschließend mit einem bunten Rahmenprogramm, Tanzaufführungen sowie Gästen aus der kommunalen und regionalen Politik offiziell eröffnet.
Beim gemeinsamen Eröffnungsdinner blieb danach viel Zeit für persönliche Gespräche und den internationalen Austausch. Bereits hier zeigte sich, was den Kin-Ball-Sport auszeichnet: Sportlicher Wettbewerb, Gemeinschaft und Freundschaften über Ländergrenzen hinweg. 
Vier Tage voller Action und großartiger Stimmung
An vier Turniertagen wurde von 8.30 bis 21.30 Uhr nahezu durchgehend gespielt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Riethsporthalle erlebten intensive, spannende und actionreiche Begegnungen. Für eine besonders eindrucksvolle Atmosphäre sorgten zahlreiche Schulkinder, die die Mannschaften lautstark und mit großer Begeisterung unterstützten.
Auch medial setzte die Europameisterschaft neue Maßstäbe. Sämtliche Begegnungen wurden live gestreamt. Ab dem dritten Turniertag erfolgte die Übertragung mit mehreren Kameras und Live-Kommentar. Zwei Spiele waren sogar live im MDR-Fernsehen zu sehen und machten Kin-Ball damit einem noch größeren Publikum zugänglich.
Deutsche Damen steigern sich von Spiel zu Spiel
Sportlich trafen die beiden deutschen Nationalmannschaften auf starke internationale Konkurrenz. Die deutsche Damen-Nationalmannschaft konnte zwar keinen Satz für sich entscheiden, zeigte jedoch in jeder Begegnung vollen Einsatz und steigerte sich im Verlauf des Turniers kontinuierlich. Die Mannschaft sammelte wertvolle Erfahrungen und bewies auch in schwierigen Situationen Moral, Kampfgeist und Zusammenhalt.
Trotz der ausbleibenden Satzgewinne zog Bundestrainer Florian Mahr deshalb ein positives Fazit: „Uns gelang es gegen vier etablierte Größen des europäischen Kin-Balls zwar nicht, eine Periode zu gewinnen, jedoch zeigten die Spielerinnen auch dank der Unterstützung des heimischen Publikums nicht nur vollen Einsatz, sondern steigerten auch die eigene Leistung von Spiel zu Spiel.“
Herren belohnen ihre Entwicklung mit einem Satzgewinn
Auch die deutsche Herren-Nationalmannschaft startete nervös in die Heim-EM. Im Laufe des Turniers fand das Team jedoch immer besser ins Spiel und konnte seine Leistungen von Begegnung zu Begegnung steigern.
Im abschließenden Rankinggame gelang schließlich der lang ersehnte Satzgewinn gegen Frankreich und Ungarn. Besonders erfreulich war das Auftreten der jungen Spieler, die viel Verantwortung übernahmen und ihre positive Entwicklung eindrucksvoll unter Beweis stellten. „Wir konnten von Beginn an spielerische Akzente setzen, wurden aber an den ersten beiden Turniertagen nicht belohnt. Wir haben sehr viele Dinge hervorragend umgesetzt, wissen aber auch, dass sehr viel Arbeit noch auf uns wartet.“, resümierte Herrennationaltrainer Artur God.
Insgesamt haben beide deutschen Teams spielerische Fortschritte gezeigt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Abstand zu den etablierten europäischen Nationen sowohl bei den Damen als auch bei den Herren weiterhin groß ist. Die EM lieferte damit wertvolle Erkenntnisse für die weitere Entwicklung und den bevorstehenden Neuaufbau der Nationalmannschaften.
Belgien und Tschechien holen die Titel
Bei den Damen setzte sich mit Belgien der große Turnierfavorit durch und sicherte sich den Europameistertitel. Bei den Herren sorgte Tschechien für eine Überraschung: Das tschechische Team musste zunächst den Umweg über das Semifinale nehmen, überzeugte anschließend jedoch im Endspiel und krönte sich zum Europameister.
Den feierlichen Abschluss bildete eine stimmungsvolle Siegerehrung. Neben den erfolgreichen Mannschaften in den einzelnen Wettbewerben wurden auch die wertvollsten Spielerinnen und Spieler sowie besondere Persönlichkeiten geehrt, die sich mit ihrem Engagement in Deutschland seit vielen Jahren für die Entwicklung der Sportart einsetzen.
Bei der gemeinsamen Abschlussparty wurde anschließend ausgelassen gefeiert. Trikots wechselten zwischen den Teams ihre Besitzer, Erinnerungen und Anekdoten wurden ausgetauscht und neue internationale Freundschaften geschlossen.
Eine Heim-EM, die bleibt
Die Kin-Ball-Europameisterschaft 2026 in Erfurt war für den Deutschen Kin-Ball Verband und die gesamte deutsche Kin-Ball-Gemeinschaft ein außergewöhnliches und unvergessliches Ereignis. Eine Europameisterschaft im eigenen Land auszurichten, war sportlich wie organisatorisch ein großer Schritt für die weitere Entwicklung und Sichtbarkeit unserer Sportart.
Unser besonderer Dank gilt den Erfurter Lachsen, allen Helferinnen und Helfern, den zahlreichen Ehrenamtlichen, unseren Partnern sowie allen beteiligten Institutionen. Ohne ihren Einsatz, ihre Zeit und ihre Leidenschaft wäre eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht möglich gewesen.
Nach der Heim-EM richtet sich der Blick nun bereits auf das nächste internationale Highlight: 2027 findet die Kin-Ball-Weltmeisterschaft in Belgien statt. Die Vorfreude darauf ist schon jetzt groß.
Fotos: JPR-Photographie
Abschließende Worte unserer Präsidentin
„Die Kin-Ball Europameisterschaft in Erfurt war für den Verband ein voller Erfolg. Mein herzlichster Glückwunsch geht an die verdienten Gewinnerteams zu ihren überragenden Leistungen! Dank eines nahezu reibungslosen Ablaufs bot das Turnier die perfekte Bühne für hochklassigen Sport und gelebten Teamgeist. Ein großer Dank geht an dieser Stelle an den Ausrichter, 1. Kin-Ball Klub Erfurter Lachse e.V. . Besonders erfreulich ist für uns, dass sich neben der Begeisterung zahlreicher SchülerInnen vor Ort, die den Sport hautnah erleben und ausprobieren konnten, bereits erste konkrete Anfragen zur Gründung neuer Kin-Ball-Abteilungen ergeben haben und so auch eine nachhaltige Wirkung der Veranstaltung für die Entwicklung von Kin-Ball in Deutschland zu erwarten ist. Die packenden Partien, teilweise über die maximale Satzanzahl ausgetragen, machten das Turnier zu einem echten Spektakel. Sie zogen auch Kin-Ball-Neulinge mühelos in ihren Bann. Die EM in Erfurt hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Potenzial in dieser faszinierenden Sportart steckt“, so Luisa Seiboth.
